Der Schlimbachpreis  

                            

»Der mir von der Stadt Kiel gewidmete "Kronenkompaß" geht
als "Schlimbach-Gedächtnis-Preis" an den Yachtklub von
Deutschland und soll alljährlich demjenigen Yachtsegler (Führer
der Yacht) zuerkannt werden, der im abgelaufenen Jahr - immer
von meinem Todestag rechnend - die größte Strecke unter Segel
(ohne Motorbenutzung) in Nordsee, Atlantik, Mittelmeer und
weiter zurückgelegt hat. 
Kanal, Ostsee und Flußfahrt zählen nicht. 

Historie

Preisträger
Alte Vergaberichtlinien

Kieler Yacht Club

Schlimbachs Vermächtnis ist erfüllt

Fünfzig Jahre nach der ersten Vergabe des Schlimbach-Preises stellt der Kieler Yacht-Club die Ausschreibung für diese herausragende Ehrung von besonderen Leistungen im Hochseesport ein.

Der "Schlimbach-Preis, Kronenkompaß des Kieler Yacht-Club" besteht aus dem Silbernen Kronenkompaß, den Ludwig Schlimbach 1937 von der Stadt Kiel in Würdigung seiner hervorragenden seemännischen Leistung bei der Atlantiküberquerung Einhand in Ost-West-Richtung als Geschenk erhielt.

Den Kronenkompaß hinterließ Schlimbach nach seinem Tode am 13. Januar 1949 dem Kieler YachtClub. Schlimbachs Vermächtnis von 1945 sah vor, Jahr für Jahr demjenigen den Preis zuzuerkennen, der jeweils im abgelaufenen Jahr die größte Strecke unter Segeln zurückgelegt habe.

Als Gründe für seine Reise nannte Schlimbach in seinem Buch" Ein Mann erobert den Atlantik" u.a.:

• die Ansicht, Segeln sei ein Sport, der um seiner selbst willen getrieben werde und alle materiellen Interessen ausschlösse,

• den Wunsch, deutschen Seglern ein Vorbild zu sein, ihnen die Notwendigkeit zu zeigen, dass sie hinaus müssen über ihren Dreieckskurs, auf dem sie sich das notwendige Handwerkszeug aneignen können, aber auf dem sich ihr Horizont nicht weiten kann und

• die Bedeutungslosigkeit Deutschlands im internationalen Hochseesport.

Der Respekt vor Schlimbachs Leistung gebietet es, mit seiner Widmung des Preises sorgsam umzugehen. Daher forderten bereits 1953 die Vergabe-Statuten des KYC, dass das Hauptkriterium zur Bewertung der Bewerbungen in der seemännischen Leistung zu sehen sei, weil man zu Recht die Gefahr sich permanent steigernder Rekordfahrten fürchtete.

Die Entwicklung des Segelsports in den letzten 50 Jahren hat diese Annahme bestätigt. Aber viel mehr hat sich seit 1937 und Schlimbachs Aufzeichnungen verändert:

• z.B. ist die Trennungslinie zwischen Sport und Kommerz auch für Insider kaum noch nachzuzeichnen,

oder

• 800 Weltreisende zählt allein der Verein "Trans-Ocean" regelmäßig unter seinen Mitgliedern, oder

• 50 deutsche Mannschaften folgten dem Ruf des Norddeutschen Regatta-Vereins zur Nord-Atlantik-Regatta im Sommer letzten Jahres.

Mit diesen wenigen Beispielen soll deutlich werden, dass sich 67 Jahre nach Schlimbachs Reise, 59 Jahre nach seinem Vermächtnis und 51 Jahre nach der ersten Vergabe seines Preises die Verhältnisse in einer Weise geändert haben, dass

• eine Differenzierung der vielfdltigen Hochseereisen zur Auszeichnung der herausragendsten fiicht mehr sinnvoll möglich ist, aber vor Allem dass

• Schlimbachs Vermächtnis - seine Idee, Vorbild für Andere zu sein - im besten Sinne erfüllt ist.

Mit diesem Bewusstsein schließen wir die Vergabe des Preises und versprechen allen seinen Trägern, dass wir Ihre Leistungen in Ehren halten werden. Der Schlimbach-Preis, Kronenkompaß des Kieler Yacht-Club wird davon in alle Zukunft Zeugnis ablegen.